Klahr    Alfred Klahr Gesellschaft

Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung

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Peter Goller: Alfred Meusel als Kritiker von Ludwig Mises und Othmar Spann

Gegen „Neoliberalismus“ und „Neoromantik“ (1924)

Alfred Meusel (1896-1960), aus nationalliberal bürgerlichem Kieler Studienratsmilieu stammend, war 1914 noch begeisterter „Kriegsfreiwilliger“, als er meinte, es gelte „das Vaterland zu verteidigen“. Das „Kriegserlebnis“, die Einsicht in die Barbarei des imperialistischen Kriegs führten ihn aber 1918 zur Teilnahme an der (gescheiterten Kieler) Novemberrevolution. Meusel schloss sich der USDP an, war dann bis 1925 Mitglied der SPD. Erst in den letzten Jahren der Weimarer Republik wurde er in kommunistischen, antifaschistischen Organisationen tätig. 1933 von den NS-Faschisten seiner Aachener Professur enthoben, in „Schutzhaft“ genommen, emigrierte er nach Dänemark, dann nach London, wo er sich einer (von Jürgen Kuczynski) geleiteten KPD-Gruppe anschloss. Er stand im englischen Exil auch in Kontakt zu österreichischen Kommunisten („Austrian Centre“). 1947 an die Universität Berlin berufen wurde Meusel zu einem der Wegbereiter der marxistischen Geschichtsforschung in der DDR.
Der junge Alfred Meusel war im Juli 1923 an der Fakultät für allgemeine Wissenschaften der Technischen Hochschule Aachen für Sozialökonomik und Soziologie habilitiert und ebendort 1926 zum Extraordinarius, 1930 zum Ordinarius für Volkswirtschaftslehre und Soziologie ernannt worden. (Vgl. eingehend zu Meusels Biographie Horst Haun: Alfred Meusel (1896-1960), in: Wegbereiter der DDR-Geschichtswissenschaft. Biographien, Berlin 1989, 149-168 und Joachim Streisand: Alfred Meusels Weg vom bürgerlich-demokratischen Soziologen zum marxistisch-leninistischen Historiker, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 23 (1975), 102-103, sowie Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 I, hrg. von Werner Röder und Herbert A. Strauss, München 1980, 494f. – Archiv der Technischen Universität Aachen, Habilitationsakt Alfred Meusel Nr. 3101-6-A aus 1923.)
Es war scheinbar eine Ironie, wenngleich kein Zufall, dass ausgerechnet 1933 eine im „Weltwirtschaftlichen Archiv“ publizierte Rezension von Karl Kautskys „materialistischer Geschichtsauffassung“ (1927) zeigt, dass der noch Mitte der 1920er Jahre unter dem Einfluss von Ferdinand Tönnies, Werner Sombart, Max Weber, Ernst Troeltsch oder Leopold Wiese idealistisch, bürgerlich-humanistisch denkende Sozialdemokrat Meusel vollständig auf historisch-materialistische Positionen übergegangen war.
Meusel spricht 1933 von Kautskys „Naturforscher-Materialismus“, einer Mischung aus Evolutionismus, Milieutheorie und Triebpsychologie. Kautsky übersieht nach Meusel schlicht, dass Marx nicht mit dem „Urindividuum“ beginnt, sondern „mit der Ware als Elementarform der bürgerlichen Gesellschaft“: Es ist das Grundproblem von Kautskys Version, dass er obwohl eigentlich „Dühringianer“ Marxist werden und bleiben wollte, dass er eine an Ludwig Gumplowicz erinnernde „Dühringiade“ geliefert hat: „Was Kautsky uns dann de facto bietet, ist etwas ganz anderes, nämlich eine späte Rehabilitation der Dühringschen Theorie von der Entstehung des Staates und der Klassen durch die Überwältigung friedlicher, wohlhabender, sesshafter Ackerbauern durch räuberische und kriegerische Nomaden.“
Meusel äußert sich scharf gegen Kautskys idyllische Vorstellungen von den kulturell-sozialen Entwicklungsmöglichkeiten des Proletariats innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft. Dies erinnert Meusel mehr an die Harmoniegesänge „liberaler Schriftsteller“ als an Marx‘ und Engels‘ Analyse der kapitalistischen Klassenwidersprüche. Meusel beobachtet: Auch die immer drohendere Gefahr des Faschismus kann Kautsky nicht von Illusionen über einen „dauernden Frieden und wachsende Macht des Proletariats“ im Kapitalismus befreien!
Kautskys Histomat läuft in der Sicht von Meusel auf eine Interpretation des Klassenkampfs in Richtung auf „einen durchaus innerkapitalistisch-sozialreformerischen Charakter“ hinaus, das Ergebnis des Klassenkampfs erscheint bei Kautsky als ein „Kompromiß zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat“ – auf die Formel gebracht: „In der Tat bildet auch gar nicht der Sozialismus, sondern industrielles Kapital plus Sozialpolitik plus Demokratie den Abschluss der von Kautsky aufgestellten dialektischen Entwicklungsreihe.“ In Kautskys Geschichtsbild scheint eine unbegrenzt harmonisch kapitalistische Akkumulation, die auch dem Proletariat zugute kommt, und die schlussendlich die „dem Kapitalismus immanenten Widersprüche“ aufhebt, möglich. Der Kapitalismus insgesamt ist „so verschönt, der Sozialismus dem Kapitalismus so ähnlich geworden, dass die beiden, wenn auch nirgends sonst, so doch in der Theorie ineinander hineingewachsen sind“.
Kautskys marxistische Phase ist in der Deutung von Meusel der eigentliche Irrtum in dessen intellektueller Biographie: „Das nicht alltägliche Schicksal Kautskys bestand darin, dass er, als er von Darwin, Lamarck, Spencer, Gumplowicz, Dühring zu Marx kam, unter den Einfluss eines seinem eigenen Wesen völlig fremden, übermächtigen Denkens geriet, von dem er sich nie mehr ganz befreien konnte.“ Außerdem hat der imperialistische Weltkrieg mit der folgenden Oktoberrevolution das vormalige „marxistische Zentrum“ um Kautsky angesichts der Spaltung der Arbeiterbewegung in einen marxistisch-leninistischen und einen offen opportunistischen Flügel funktionslos überflüssig gemacht, folgert Meusel 1933. (Vgl. Alfred Meusel: Rezension von Karl Kautsky, Die materialistische Geschichtsauffassung (2 Bände, Berlin 1927), in: Weltwirtschaftliches Archiv 37 (1933), 185-194. Zur ähnlichen Kautsky-Kritik vgl. Karl Korsch: Die materialistische Geschichtsauffassung. Eine Auseinandersetzung mit Karl Kautsky (1929), jetzt in: Karl Korsch: Die materialistische Geschichtsauffassung und andere Schriften, Frankfurt 1971, 1-130.)
In seinen „Untersuchungen über das Erkenntnisobjekt bei Marx“ hatte Meusel 1925 dem „Widerspruch der Kantianer gegen die Marx-Engelssche Erkenntnislehre“ noch Relevanz zugebilligt. Oft hatte Meusel Marx vom Standpunkt der „empirischen Soziologie“ kritisiert, Marx’ Histomat kann die weiten wissenschaftlichen Ziele nicht erreichen.
Marx’ Theorie der „ursprünglichen Akkumulation“ steht bei Meusel 1925 noch als heuristisches Modell gleichberechtigt neben Max Webers Protestantismusthese. Meusels Denken ist Mitte der 1920er Jahre geprägt von den Kategorien der Weberschen Soziologie, von den Debatten über individualisierende und generalisierende Methode im Umfeld des Heidelberger Neukantianismus, von der Position Max Webers im „Werturteilstreit“, von Max Webers Wissenschaftsmodell: wie weit kann kulturhistorische Wissenschaft über die Spezialforschung hinaus zu synthetischer Theorie gelangen? Ist das Marx gelungen, ist dies Spengler gelungen? – so stellt Meusel die Fragen 1925: Hat Marx auf Kosten empirischer Forschung spekuliert?
Meusel stand auch unter dem Einfluss des 1922 erschienenen Historismus-Buchs von Ernst Troeltsch und dessen Zurechnung von Marx zur geschichtsphilosophischen Eschatologie, zu einem kausalen Evolutionismus, den Troeltsch ablehnte, indem er nur die anti-materialistisch, dialektischen Elemente in Marx’ Histomat lobte.
Unter Berufung auf Robert Michels’ „Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie“ (1910) sprach Meusel 1925 von einem ehernen Gesetz der Bürokratisierung und Oligarchisierung der Organisationen der Arbeiterklasse, speziell der Rätebewegung. Der Verlauf der Oktoberrevolution bestätigt für Meusel Michels’ These. 
In vielem ist Meusel 1925 in den „Untersuchungen über das Erkenntnisobjekt“ bei Marx als auch 1928 in seinem Buch über „List und Marx“ von einem philanthrophisch bildungsbürgerlichen Marx-Verständnis angeleitet. Marx erscheint motiviert von „warmen Mitleid mit der besitzlosen Masse“: „Ein Grunderlebnis für Karl Marx war das Erleben oder Mit-Erleben der sozialen Not.“
Meusel behauptet in den frühen Aachener Jahren, dass sowohl die Anti-Marxisten als auch die Kommunisten Marx verfehlt eine „Revolutionsvergottung“ zuschreiben. Meusel verteidigt Marx und Engels vom Standpunkt sozialdemokratischer „Staatsbejahung“ gegen Hans Kelsens „Sozialismus und Staat“: Kelsen sieht in Marx fälschlich den Gegner des Staats im Sinn einer technischen Zwangsorganisation, Kelsen deutet die Marxsche Staatstheorie falsch als eine apriori „anarchistische Theorie“. Meusel nimmt 1925 gegen Lenins „Staat und Revolution“ Stellung, er neigt noch Karl Renners Aufwertung der „Staatsmaschine“ zu. Meusel spricht vom „Erwachen jenes Staatsbewusstseins“ in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung, das 1914 in die Krise geraten ist. Meusel hält 1925 den reformistisch „parlamentarisch-demokratischen“ Weg für die adäquate Strategie Richtung Sozialismus. Er sprach von einer „Festigung der demokratischen Republik“ trotz „Ermordung republikanischer Minister“.
Auch Kautskys Polemik vom notwendigen Scheitern der Oktoberrevolution stimmt Meusel 1925 zu, indem er mit Kautsky meinte, dass die zurückgebliebene kapitalistische Entwicklung, die fehlende „Reife der Produktivkräfte“ keine Basis für ein proletarisch-sozialistisches Regime in Russland abgeben kann. Meusel erklärt sich mit Kautskys Prognose vom notwendig terroristischen Verenden der Oktoberrevolution auf dem Niveau einer oligarchischen Parteidiktatur einverstanden. (Vgl. Alfred Meusel: Untersuchungen über das Erkenntnisobjekt bei Marx, Jena 1925, 4f., 18, 43, 61, 65, 68, 71-75, 95, 103.)
Sozialreformistische Ansätze finden sich bei Meusel noch 1928, wenn er in seinem „List-Marx“-Buch meint, die Integration der Arbeiterklasse in die bürgerlich-demokratische Nation sei eine reale Möglichkeit: „Das große Problem der Gegenwart für Industrievölker mit politisch-demokratischer Staatsverfassung besteht heute in der Einbeziehung der Arbeitermassen in den Staat, in ihrer Erfüllung mit politischem Willen und nationalem Bewusstsein.“ (Vgl. Alfred Meusel: List und Marx. Eine vergleichende Betrachtung, Jena 1928, 40.) 
Aber schon 1925 unterlässt es Meusel nicht, gegen Werner Sombarts abwertendes Bild vom Sozialismus als bizarrem „Rentnerparadies“ oder Gustav Schmollers Bild von Marx als dunklem Sozialphilosophen des Hasses und des Pessimismus, von Marx als „Pessimist, Fanatiker des Hasses“ zu polemisieren.
Oswald Spenglers geschichtsphilosophischen Irrationalismus verbunden mit rechtsautoritärem Antidemokratismus bekämpfte Meusel 1924 als eine Ideologie stumpf deutschvölkisch nazistischen Kampfs, als reaktionäres Literatentum, das alle Gesellschaftsanalyse ins Licht einer Wende zum „germanischen Geist“ rückte, früh eine „national völkische Diktatur“ propagiert: „Es ist schade, dass Spengler dies Projekt den Kahr und Hitler nicht rechtzeitig unterbreitet hat, sonst wären sie sich vielleicht nicht schon bei dem ersten Schritte auf dem Marsche: ‚à Berlin!‘ in die Haare geraten.“ (Adolf Meusel: Rezension von Oswald Spengler, „Neubau des Deutschen Reiches“ und „Politische Pflichten der deutschen Jugend“ (beide München 1924), in: Die Gesellschaft. Internationale Revue für Sozialismus und Politik 1 (1924), 604f.)
Bereits 1924 hat Meusel in der von Rudolf Hilferding herausgegebenen „Gesellschaft“, dem in der Nachfolge der „Neuen Zeit“ eingerichteten theoretischen Organ der deutschen Sozialdemokratie, den ideologischen Schein „bürgerlicher Sozialkritik“ angegriffen, am Beispiel des Neoliberalismus von Ludwig Mises (1881-1973) und am Beispiel des „neoromantischen“ Universalismus von Othmar Spann (1878-1950), beide – bis zu einem gewissen Grad ideologisch konkurrierend – an der Wiener Universität lehrend: Mises der „Manchestermann“, „der alles Heil der Gesellschaft von der Rückkehr zu den Grundsätzen des Laisser-faire erwartet“, während sich Spann die Stabilisierung des Kapitalismus, des „Unternehmer-Geists“ von einer „universalistischen“ Ständestaatsideologie, einer „völkischen Gemeinschaftskultur“ erwartete. Spann und Mises waren also Gegner in fast allem, in der Grundfrage der „unbedingten Ablehnung“ des Marxismus, des Sozialismus insgesamt waren sie aber einer Meinung. Meusel: Trotz aller scheinbaren, unter dem Titel „Individualismus wider Universalismus“ laufenden Methodenstreitigkeiten, trotz des Vorwurfs von Mises, Spann übersehe vom Standpunkt einer überholten „Plichtethik“, dass alle „Theorie des Handelns immer nur eudämonistisch und utilitaristisch“ sein kann, attackiert auch Spann den Marxismus, dessen „Wertgesetz“, die „Konzentrationstheorie“ vom Standpunkt der Wiener Grenznutzen-Theorie.
Spanns „Wahrer Staat“ und Spanns Gerede von einem Universalismus, der objektiv statt subjektiv, intuitiv statt empirisch, teleologisch statt kausal, irrational statt rein rational, metaphysisch statt antimetaphysisch sein soll, kann nicht verbergen, dass „ständisch“ nur eine ideologische Umschreibung für das in die Krise geratene „Kapitalistische“ ist. Meusel weiß, dass das „Ideal eines universalistischen Ständestaates“ ein Reich des „freien Unternehmertums“ ist, dass Spanns Hinwegsehen über den bürgerlichen Klassenwiderspruch eine Kampfansage an die sozialistische Arbeiterbewegung ist. Spanns „ständisches“ Gesellschaftsideal hat – wie Meusel zehn Jahre vor der offenen Machtergreifung des Faschismus beschreibt – ausschließlich die Funktion, „dass der bürgerlichen Gesellschaftsordnung einige Schönheitspflästerchen aufgeklebt und darüber hinaus die bürgerlichen Institutionen in ein mittelalterliches Gewand gehüllt werden: das Privateigentum bleibt, aber es erhält (z.B. in der Form der Rentengüter) etwas vom Lehen“. Nur die historisch anachronistische Kulisse wird verschoben, die Kartelle des Kapitals erscheinen als „Gilden“: „Wer Phantasie genug hat, der mag sich nun vorstellen, wie zu einer künftigen Tagung der Reichstände die Unternehmer auf Rossen angetrabt kommen werden (…).“
Die „Stände“-Ideologie dient nur der Diffamierung des liberalen, demokratischen und insbesondere des sozialistischen Gleichheitsideals, von dem Spann im „Wahren Staat“ behauptet, dass es die „Herrschaft der Mittleren , Schlechteren, zu sich herauf, den Stärkeren hinabzieht“, zuletzt – so Meusel weiter Spann zitierend – „gar auf die Herrschaft des Lumpenproletariats“ hinausläuft. Spanns Sozialphilosophie ist nach Meusel Gesellschaftskritik für „elegante Leute“, für den „Salon“: „Etwas Gesellschaftskritik (aber nicht zuviel), etwas Verurteilung der Gegenwart (aber nicht so, dass die Ruhe darunter leiden könnte), Abweisung alles lauten, plebejisch-ungestümen Revolutionarismus und vor allem: viel schöne, schillernde Worte, die den Dingen ihre hässlichen Ecken und Kanten nehmen.“ (Vgl. Adolf Meusel: Zur bürgerlichen Sozialkritik der Gegenwart. II. Die Neuromantik (Othmar Spann), in: Die Gesellschaft I (1924), 488-498.)
Ludwig Mises’ Apologetik des Kapitalismus deckte sich für Meusel bei allem Widerspruch zwischen Spann und Mises auf der ideologisch-theoretischen Oberfläche in den gesellschaftlich-politischen Konsequenzen: Weg mit den politischen Parteien des Sozialismus, weg mit den Gewerkschaften!
Alfred Meusel, der seine Mises-Kritik vor allem gegen dessen Buch „Gemeinwirtschaft“ (1922 – Vgl. Ludwig von Mises: Die Gemeinwirtschaft. Untersuchungen über den Sozialismus, 1. Auflage 1922, hier zitiert nach der zweiten, umgearbeiteten Auflage: Jena 1932, im folgenden Kurzzitat: Mises 1932) richtete, widersprach Mises’ Bild eines liberalen, rationalen, den allgemeinen gesellschaftlichen Reichtum unaufhaltsam mehrenden Konkurrenzkapitalismus, der nur von außen durch (sozialistische) „Heilslehren“, durch marxistischen „Chiliasmus“ gehemmt wird. Mises’ soziologische Dogmen beruhen auf historisch utopischen Prämissen, indem er an eine liberale, von einer utilitaristischen Ethik getragene Harmonie glaubte: Kein Krieg, kein Imperialismus, keine Gewalt trübt die ideale Mises’sche Welt des harmonisch unverkürzten Freihandels, in der Deckungsgleichheit von Individual- und Gesamtinteresse herrscht. Vermutungen über einen Zusammenhang von kapitalistischer Entwicklung und imperialistischem Weltkrieg weist Mises zurück.
Meusel wirft Mises ahistorische Blindheit vor, da Mises den Liberalismus von allen politischen Spuren blutiger Gewalt befreit, zur ideologiefreien reinen Theorie umschreiben will, sodass jede Herkunft aus der bürgerlich (nordamerikanischen, französischen) Revolution verdrängt werden kann. Nur so sei das Bild der freien Verkehrswirtschaft als der besten, vernünftigen, von jeher existierenden, einzig rationalen Form des Wirtschaftens aufrechtzuerhalten.
1925 – unabhängig von seiner direkten Mises-Kritik zeigte Meusel, dass der Anspruch des „klassischen“ Adam Smithschen Liberalismus längst zerfallen war, nach ersten Krisensymptomen und Zweifeln über eine harmonisch krisenfreie kapitalistische Akkumulation bei David Ricardo in den vulgär-liberalen Eklektizismus des 19. Jahrhunderts niedergegangen ist: Ein Liberalismus, der nun die Organisationen der Arbeiterklasse (Gewerkschaften) als wirtschaftswidrig brandmarkt, die Unternehmerverbände aber legitimiert, ein Liberalismus, „der die Gewerbefreiheit als eine der Grundlagen des wirtschaftlichen ordre naturel“ anspricht, andererseits aber den „Ruf nach dem ‚starken Staat' zwecks Niederhaltung der Emanzipationsbestrebungen der Arbeiterklasse“ erhebt, die Freiheit des Handels preist und gleichzeitig nach Zöllen zum Schutz der „nationalen Produktion“ ruft! (Vgl. Alfred Meusel: Der Zerfall des Liberalismus in der theoretischen Sozialökonomik, in: Die Gesellschaft 2 (1925), 333-344.)
Ludwig Mises stilisiert sich zum Rufer in der sozialistischen Wüste, selbst die bürgerliche Wissenschaft, die christlichen Kirchen oder die (neukantisch) idealistische Philosophie (etwa um Hermann Cohen [Vgl. Mises 1932, 399-403]), die harmlose „Nährpflicht“-Idee eines Josef Popper-Lynkeus (Vgl. Mises 1932, 249) oder die Literatur als „soziale Tendenzkunst“ (von Dickens über Shaw, Zola, France, Hauptmann u.v.a.m. – Vgl. Mises 1932, 429-434) sind vom sozialistischen, die Kultur gefährdenden „Destruktionismus“ unterwandert, worüber deren scheinbarer „Antimarxismus“ nicht hinwegtäuschen kann. In seiner Kritik der „Gemeinwirtschaft“ klagte Mises 1922 und 1932, dass die Ideen der Arbeiterbewegung in das Herz der besitzenden Klassen eingedrungen sind, diese widerstandsunfähig gemacht haben: „Selbst die Gegner des Sozialismus stehen ganz und gar unter dem Banne seiner Ideen.“ (Mises 1932, 2)
Wenn Meusel 1924 über Mises als sich stilisierenden einsamen Kämpfer gegen die intellektuelle Sintflut des Sozialismus spottet, so stützte er sich auf redundante Passagen in dessen „Gemeinwirtschaft“. 1925 sollte Mises dann seine Klage über die stille und latente Infiltration der bürgerlichen Nationalökonomie und Soziologie durch Marxsche Kategorien wiederholen. Unter dem Titel „Antimarxismus“ beschrieb Mises den vermeintlichen Tatbestand, dass dem seit den 1870er Jahren an den deutschen Universitäten einflussreichen „Staats- und Kathedersozialismus“ unzählige Marx-„Widerlegungen“ zu verdanken sind, wobei der „Erfolg dieser Bemühungen“ war, dass die Kathedersozialisten „selbst und ihre Leser in den Bann der Ideen des Marxismus“ gerieten. Wilhelm Lexis, Gustav Schmoller u.a. – da stimmt Mises Engels’ Ausführungen im Vorwort zu Marx’ Kapital III (1894) zu (Vgl. MEW 25, 16-18) – hätten nur zu oft „Umschreibungen“ der Marxschen Kritik der Politischen Ökonomie geboten. Die Ignoranz gegenüber der mit der Marx’schen (Arbeits-) Wertlehre radikal brechenden Wiener Grenznutzenschule (Carl Menger, Eugen Böhm-Bawerk) und damit ihr Fernhalten von deutschen Lehrstühlen erklärte sich Mises damit, dass die deutschen „Antimarxisten“ in Wirklichkeit „nur eine Soziologie: die marxistische Geschichtsauffassung und Klassenkampflehre“ kannten, dass sie angeblich vollständig im Banne einer etatistischen, idealistischen und sozialistischen Metaphysik stehend die „utilitaristische Gesellschaftslehre“ völlig ignorierten. Es war für Mises nur scheinbar paradox, dass die Marx-Gegner auf den Lehrkanzeln der bürgerlichen Universitäten Deutschlands die „Lehre vom Klassenkampf“ verinnerlichten, da sie für ihn, Mises, nur politische, aber keine methodologischen Gegner des Histomat waren: „Die Abhängigkeit von Marx ist ein besonderes Kennzeichen der deutschen Gesellschaftswissenschaft.“ Eigentlich widersprechen diese deutschen Professorenmandarine in Mises' Sicht Marx und Engels nur an unpassenden Stellen, nämlich dort, wo der Sozialismus internationalistisch und pazifistisch ist.
Hauptverantwortlich für dieses – vor allem vom „Historismus“ zu verantwortende – Elend der deutschen Sozialwissenschaft ist nach Mises Werner Sombart „als Marxist und Antimarxist“, der sein 1896 – damals gerade aus dem Umfeld Friedrich Engels' heraustretend – erstveröffentlichtes Buch „Sozialismus und soziale Bewegung“ nie neu geschrieben, sondern nur in – bis 1924 – zehn Auflagen exegetisch-scholastisch umgeschrieben hatte, dabei zwar den Bruch mit dem Marxismus, aber nicht dem Sozialismus vollzogen habe. Die Hauptkritik Sombarts am „proletarischen Sozialismus“ setzt für den Neoliberalen Mises wieder an der verkehrten Stelle ein, dort wo der Sozialismus den „modernen Industrialismus“ propagiert, dem der Wirtschaftshistoriker Sombart das „Lob des Agrarstaates und des Mittelalters“ entgegenhält. Von Marx trenne auch den späten nationalen, den „Deutschen Weltkrieg“ verherrlichenden Sombart nicht der Klassenkampfgedanke, sondern nur die politische Deutung des Klassenkampfs: Bei Marx führt der Klassenkampf zum Sozialismus, Sombart erkennt den Klassenkampf an und will ihn „durch Ethik“ überwinden. Nur Menger, Böhm-Bawerk haben für Mises den Marxismus theoretisch bekämpft, der deutsche „Antimarxismus“ hingegen hat sich kapitulierend auf die politische Kritik beschränkt, dabei das „Ressentiment gegen den Kapitalismus“ mit Marx und Engels teilend. (Vgl. Ludwig Mises: Antimarxismus, in: Weltwirtschaftliches Archiv 21 (1925), 266-293, hier 268f., 277f., 284f., 292.)
Meusel fasste Mises’ Sozialismus-Kritik 1924 zusammen: Der Sozialismus beruht – Mises' Haltung erinnert an Friedrich Nietzsche – auf dem Machtrausch der (aufgehetzten) Massen, die nur von Neid und Ressentiment getrieben sind. Mises' ewige Grundthese lautet: Es gibt keine Wirtschaftsrechnung jenseits des Privateigentums, jenseits der Geldrechnung. Gegenteilige Annahmen sind Illusionen über die mögliche Rückkehr zu einer archaisch-stationären Naturalrechnung. Folglich gibt es jenseits der individuell über Marktinformationen handelnden Wirtschaftssubjekte, jenseits des Privateigentums an Produktionsmitteln kein sozialistisches Wirtschaften: „Sobald man die freie Geldpreisbildung der Güter höherer Ordnung aufgibt, hat man rationelle Produktion überhaupt unmöglich gemacht. Jeder Schritt, der uns vom Sondereigentum an den Produktionsmitteln und vom Geldgebrauch wegführt, führt uns auch von der rationellen Wirtschaft weg.“ Mises, der sich scharf gegen die „ökonomischen Grundrechte“ (u.a. auf den sog. „vollen Arbeitsertrag“) des Wiener „kathedersozialistischen“ Rechtsprofessors Anton Menger (Vgl. Mises 1932, 32-36.) und gegen die Sozialisierungspläne des Münchner Räterepublikaners Otto Neurath, eines späteren (physikalistischen) Exponenten des Wiener Kreises des Logischen Positivismus (Gegen Neurath unter Berufung auf Max Webers „Wirtschaft und Gesellschaft“ vgl. Mises 1932, 100, 482) wandte, schließt: „Ohne Wirtschaftsrechnung keine Wirtschaft!“ und deshalb keine funktionierende sozialistische Ökonomie: „Im sozialistischen Gemeinwesen kann es, da die Durchführung der Wirtschaftsrechnung unmöglich ist, überhaupt keine Wirtschaft in unserem Sinne geben.“ Denn: „Wo der Marktverkehr fehlt, gibt es keine Preisbildung; ohne Preisbildung gibt es keine Wirtschaftsrechnung.“ Jede anteilsmäßige Zurechnung der Produktionsfaktoren Boden, Kapital und Arbeit im Sinn einer objektiven Wertlehre ist unmöglich, die Arbeitswertlehre wird von Mises mit der Konsequenz, dass es auch keine sozialistische „Arbeitsrechnung geben könne, bekämpft: „Arbeitszeit [ist] kein brauchbarer Maßstab des Wertes“ Der sozialistische „Verteilungsgedanken“ – so Mises' Apokalypse – zerstört die zivilisatorische Kultur binnen kurzem. Der „Undurchführbarkeit des Sozialismus“ widmet er eine eigene Kapitelüberschrift. (Mises 1932, 97f., 110-113, 188-197.)
Vom Standpunkt des Neoliberalismus rückt Mises die Organisationen der Arbeiterklasse in ein mafios-kriminelles Licht. Mises plädierte für die politische Liquidierung der Arbeiterbewegung, wie Meusel, der in Mises den Agitator des Sozialabbaus erkannte, feststellt: „‚Die Gewerkschaft hat sich zu einer Gewaltorganisation ausgebildet, die durch den Schrecken die ganze Gesellschaft in Schach hält, und vor deren Machtwort alle Rechte und alle Gesetze verblassen. Sie scheut vor nichts zurück, nicht vor Zerstörung von gewerblichen Anlagen, von Arbeitsgeräten und von Vorräten, nicht vor Blutvergießen.‘ (…) Wer dies liest und nicht weiß, dass von modernen Gewerkschaften gesprochen wird, könnte vielleicht auf den Gedanken kommen, Mises wolle das Wesen der süditalienischen Komorra, der furchtbaren ‚Schwarzen Hand' schildern.“ (Vgl. Adolf Meusel: Zur bürgerlichen Sozialkritik der Gegenwart I. Der Neu-Liberalismus (Ludwig Mises), in: Die Gesellschaft 1 (1924), 372-383.) Den utopischen Sozialismus eines Charles Fourier vermochte Mises nur psychopathologisch zu deuten. (Vgl. Mises 1932, 139-141) Über den Syndikalismus wusste Mises etwa nur zu berichten, dieser sei „nie etwas anderes gewesen als ein Ideal plündernder Horden“. (Mises 1932, 247)
Mises hatte bereits den Kampf um den gesetzlichen Arbeiterschutz, um die Beschränkung der Arbeitszeit zu den Mitteln sozialistischen „Destruktionismus“ gezählt, indem er Friedrich Engels zitierte, der den Kampf um die englische „Zehnstundenbill“ mit Recht als Anfang vom Ende des Kapital und als Motor der sozialen Revolution begrüßt habe. (Mises 1932, 440) Mises scheute sich auch nicht die Sozialversicherung als Quelle neuer „Volkskrankheiten“, des „Simulantentums“ abzuwerten, indem er unter Berufung auf ein nicht erläutertes „überwältigendes statistisches Material“ schlussfolgerte: „Krankheiten werden durch die Krankenversicherung gezüchtet. (…) Die Sozialversicherung hat die Neurose des Versicherten zur gefährlichsten Volkskrankheit gemacht.“ (Mises 1932, 443f.) So überrascht es nicht, dass Mises in der Arbeitslosenversicherung nur den gewerkschaftlichen Hebel sieht, die Arbeitskraft nicht zu einem noch niedrigeren Lohn verkaufen zu müssen, bzw., was Mises verschweigt und leugnet, die Mechanik der Ausbeutung zu begrenzen: Die Arbeitslosenversicherung „ermöglicht den Gewerkschaften das Festhalten an Lohnsätzen, bei denen nur ein Teil der Arbeitsuchenden Arbeit findet. Die Unterstützung der Arbeitlosen ist es mithin, die Arbeitslosigkeit als Massen- und Dauererscheinung erst schafft.“ (Mises 1932, 451). Arbeitslosigkeit ist für Mises wie für alle späteren Neoliberalen nur ein Problem be- und verhinderter Lohnsenkung.
Die wichtigsten Instrumente des sozialistischen „Destruktionismus“, der Arbeiterverein, die Gewerkschaft werden nach Mises hinter der schönen Terminologie von „Koalitionsfreiheit“ und „Streikrecht“ verborgen. In Wirklichkeit handle sich bei der gewerkschaftlichen Macht um „Koalitionszwang“ und „Streikzwang“. Die Gewerkschaften üben nach Mises gewalttätigen „Landzwang“ aus, sie verhängen „Interdikte über ganze Landstriche und Länder“, zerstören Betriebsanlagen, neigen zum „Blutvergießen“, kurz die Gewerkschaften sind ihm wahre Terrororganisationen: „Wenn es den Gewerkschaften beliebt, können sie Städte und Länder durch Hunger und Durst, durch Kälte und Dunkelheit zur Gefügigkeit zwingen.“ Nie sei durch gewerkschaftlichen Kampf eine dauerhafte Erhöhung des Realeinkommens der Arbeiter erzielt worden, was nicht nur Proudhon und Lassalle unter dem Titel des „ehernen Lohngesetzes“ offen, sondern indirekt auch Marx in seinem Vortrag „Lohn, Preis und Profit“ vor der Internationale 1865 (Vgl. MEW 16, 101-152) zugegeben habe, indem er die Gewerkschaften eigentlich nur als Sturmtruppen gegen das Kapital betrachtete. 
Konform mit der bürgerlich präfaschistischen Forderung nach Ausschaltung der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiterklasse zeichnet Mises ein Zerrbild vom „Koalitionszwang“ als einer „furchtbaren Vergewaltigung der persönlichen Freiheit des Einzelnen“. Mises ruft nach der politischen und wissenschaftlichen Verteidigung des Streikbrechers, ja nach der effizient straffen Organisation des Streikbruchs, d.h. nach dem Aufbau einer „Technischen Nothilfe“, wie sie von den bürgerlichen Freikorpsverbänden mit Unterstützung „gelber“ Gewerkschaften und staatlicher Behörden schon geschaffen war. Mises scheut sich in den 1920er Jahren nicht, den Bürgerkrieg gegen die Gewerkschaften in den Raum zu stellen. Er zieht ins Kalkül, dass „in Kämpfen“, die aus dem Zusammenstoß von Gewerkschaften und „Streikbruchverbänden“ entstehen, „die Gesellschaft zugrunde geht“. Dieser Bürgerkrieg gilt Mises aber als unausweichliches Mittel zur Verteidigung des Kapitalismus, den er für die Verkörperung menschlicher Kultur schlechthin hält: „Doch sicher ist, dass eine Gesellschaft, die das Arbeitervereinswesen so durchführen will, wie es die herrschenden Anschauungen verlangen, in der kürzesten Zeit der Auflösung entgegengehen muß.“ (Vgl. Mises 1932, 445-450.)
Die soziale Reformpolitik des „Roten Wien“ war für Ludwig Mises, der in allem gesellschaftlichen Unglück in immerwährend öder Wiederholung bloß eine Ursache – die „Abkehr vom Kapitalismus“ – sah, dementsprechend ein Schreckensbild: In Wien „herrschte die sozialdemokratische Partei unumschränkt und nützte ihre Machtstellung zu einem rücksichtslosen Vernichtungskrieg gegen die kapitalistische Wirtschaftsordnung aus“. Das Wirken der nach 1918 reformistisch, defensiv zurückweichenden Sozialdemokratie, deren austromarxistische Exponenten Mises seit den (teils gemeinsamen) Tagen im Wiener Böhm-Bawerk-Seminar bekämpft hatte, beruhte für den jeden historischen Zusammenhang von Massenhunger 1918, Massenarbeitslosigkeit usw. in neoliberaler Ideologie ausblendenden Mises nur „auf ihrem Terrorapparat“: „Die sozialdemokratische Partei beherrschte alle Gewerkschaften, vor allem auch die der Angestellten der Bundesbahnen und der Post-, Telegrafen- und Telefonverwaltung. Sie konnte jeden Augenblick durch Streiks das ganze Wirtschaftsleben lahm legen.“ Die Existenz reaktionär-bürgerlicher „Selbstschutzverbände“ war in dieser eindimensionalen, vor allem den Imperialistischen Weltkrieg ignorierenden Geschichtsbetrachtung Mises’ nur zu legitim: „Der Terror, den die Sozialdemokratie ausübte, zwang die übrigen Österreicher zum Aufbau eines [„Heimwehr“-]Abwehrapparats.“ Schon das allgemeine, gleiche Wahlrecht von 1907 war in Mises’ Augen ein Produkt des sozialdemokratischen Demonstrationsterrors. In diesen um 1940 im amerikanischen Exil abgefassten Erinnerungen behauptete Mises überdies in völliger Selbstüberschätzung, es sei allein seinem Einfluss auf Otto Bauer zu danken, dass die „Österreichische Revolution“ 1918 ausblieb: „Dass es damals nicht zum Bolschewismus gekommen ist, war einzig und allein mein Erfolg.“ Er habe aus Otto Bauer „einen Millerand“ gemacht, wofür sich dieser dann später gerächt habe. (Vgl. Ludwig Mises: Erinnerungen, mit einer Einleitung von Friedrich August Hayek, Stuttgart-New York 1978, 12f., 23f., 47, 49, 57-59.)
Alle Kapitalvermehrung, jede Steigerung der „Grenzproduktivität der Arbeit“ beruht laut Mises auf dem „Verzicht auf Gegenwartsgenüsse“. Alfred Meusel hält Mitten in der sozialen Krise 1924 lakonisch gegen Mises: „Die unter das physische Existenzminimum herabgedrückten Arbeitslosen, die entlassenen Beamten, der versinkende Mittelstand mögen sich trösten.“

Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 2/2003

 

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