Klahr    Alfred Klahr Gesellschaft

Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung

Drechslergasse 42, A–1140 Wien

Tel.: (+43–1) 982 10 86, E-Mail: klahr.gesellschaft@aon.at


 

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Start der Veranstaltungsreihe der Alfred Klahr Gesellschaft

Vorträge, Diskussionen und Filmvorführungen stehen nunmehr vierteljährlich auf dem Programm der Alfred Klahr Gesellschaft.

Neben den jährlichen Großveranstaltungen, die meist in Form von wissenschaftlichen Symposien abgehalten werden, wird die Alfred Klahr Gesellschaft nunmehr mit einer Veranstaltungsreihe im Saal der Archivräumlichkeiten ihre Aktivitäten ausbauen.

Den Startschuss dazu stellte Mitte Juni ein Vortrag von Univ. Prof. Dr. Evelyn Deutsch-Schreiner, Theaterwissenschafterin an der Universität Graz, dar. Deutsch-Schreiners Vortrag „Kultureller Neubeginn nach 1945? Theater und Kleinkunst im Umfeld der KPÖ“ wurde mit der Präsentation ihres Buches „Theater im Wiederaufbau. Zur Kulturpolitik im österreichischen Parteien- und Verbändestaat“ (Sonderzahl 2001) verbunden (siehe dazu auch die Rezension von Kurt Stimmer „Theater und Politik 1945-1955; in: Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 2/2001, S. 11). Deutsch-Schreiner widmet darin auch kulturpolitischen Konzeptionen und Aktivitäten der KPÖ und deren politisch-kulturellem Umfeld breiten Raum (im Mittelpunkt stehen dabei die Bemühungen der Österreich-Sowjetischen Gesellschaft, das Sowjetische Informationszentrum, die kulturellen Aktivitäten in den sowjetisch verwalteten Betrieben, vor allem jene der FÖJ-Gruppen, sowie das „Neue Theater in der Scala“). Außerordentlich lebhaft gestaltete sich die Diskussion über die Theatergruppen der Freien Österreichischen Jugend (FÖJ), waren doch zahlreiche ZeitzeugInnen erschienen, die in der Nachkriegszeiten in den Spielgruppen der FÖJ mitwirkten. Allen voran Prof. Kurt Stimmer, der Gründer der Kabarettgruppe „Gersthofer Brettl“. Stimmer, ehemaliger Redakteur der „Volksstimme“, auch bekannt als Autor zahlreicher Wiener Bezirksgeschichten, ging ebenso auf das dichte Netz von Laienspielgruppen der FÖJ und deren politische Rahmenbedingungen ein, wobei er betonte, dass keine andere Partei Ähnliches vollbringen konnte. Einige TeilnehmerInnen, die selbst an diesen Theateraktivitäten im Wien der Nachkriegszeit beteiligt waren, erzählten von den Bedürfnissen der Jugend nach kultureller Betätigung.

Um die in loser Abfolge stattfindende Veranstaltungsreihe sowohl thematisch, als auch die Form der Form der Präsentation betreffend abwechslungsreich zu gestalten, steht am 1. Oktober eine Filmvorführung auf dem Programm: „Nackt unter Wölfen“, ein DEFA-Film der frühen sechziger Jahre und Klassiker des DDR-Kinos (u.a. mit Erwin Geschoneck, Armin Müller-Stahl, Frank Delmare), basiert auf der bekannten Buchvorlage von Bruno Apitz. Apitz war selbst acht Jahre in Buchenwald inhaftiert und schildert in seinem gleichnamigen Roman den authentischen Fall eines Jungen, der 1945 versteckt im Koffer eines neuen Lagerinsassen aus Polen ins KZ Buchenwald kommt. Die in der Effektenkammer arbeitenden Häftlinge Pippig und Höfel versuchen nun, den Buben im Lager zu verbergen, was nicht nur äußerst schwierig ist, sondern auch die Arbeit der illegalen Widerstandsgruppe gefährdet. Prof. Karl Flanner (Industieviertel-Museum Wiener Neustadt), selbst Häftling im KZ-Buchenwald und Autor (gemeinsam mit Erich Fein) des Buches „Rot-weiß-rot in Buchenwald. Die österreichischen politischen Häftlinge im Konzentrationslager am Ettersberg bei Weimar 1938-1945“ (Europaverlag 1987), wird mit einem Vortrag die Veranstaltung einleiten.

Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 3/2001

 

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