Klahr    Alfred Klahr Gesellschaft

Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung

Drechslergasse 42, A–1140 Wien

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Fritz Propst: Mein Leben im Widerstand. Wien: Eigenverlag 2002, 136 Seiten, broschiert, Euro 10,–

Ein gutes Beispiel von „oral history“ in Buchform – denn man meint Fritz Propst gegenüber zu sitzen, man liest zwar, aber hört es aus ihm heraussprudeln, wenn er sein Leben, seinen Werdegang rekapituliert. Keine wissenschaftliche Aufarbeitung von Zeitgeschichte, kein verklärtes „Heldenleben“, sondern die nachvollziehbare Entwicklung und Reifung eines Menschen, der in seiner Jugend, durch die Umstände bedingt, seinen Platz in der Arbeiterbewegung fand, im kommunistischen Jugendverband und dann in der KPÖ. Was er als richtig erkannte, hat er in den verschiedensten Funktionen, unter leichteren und schwierigeren Bedingungen mit der ihm eigenen Konsequenz versucht, umzusetzen; wovon er überzeugt war, versuchte er anderen zu vermitteln.
Für Leserinnen und Leser, die einen vergleichbaren Weg gegangen sind, weckt jeder Abschnitt mit der Fülle von Namen und Details Erinnerungen.
Junge Menschen auf der Suche nach Informationen aus dem Leben ihrer Eltern oder Großeltern finden ein klar dargestelltes Bild eines bewegten Jahrhunderts. Und wie eine Probe belegt, fanden Leser, die die finsteren Zeiten zwar erlebt, aber keine Kenntnis vom Kampf der Wenigen gegen das vermeintlich unbesiegbare Unrecht hatten, Propst Schilderungen gerade wegen der unkomplizierten Direktheit nicht nur informativ, sondern auch sehr bewegend. Die unbeirrbare Haltung, die (bis heute) nicht erlahmende Energie Propsts im Einsatz für seine politischen Ziele beeindruckten sie in gleichem Masse.
Dieses Buch soll gelesen werden – es füllt manche Lücke, bringt durch persönliche Details, Fotos und Dokumente Farben in ein Lebensbild: ein Einzelschicksal, wie es sich nur in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter, die für alle ein Leben in Menschlichkeit erstreben, entwickeln konnte. Somit auch ein Bild einer gesamten Generation von opferbereiten Genossinnen und Genossen.
Es ist sicher auch Propsts Beharrlichkeit zu danken, dass Gewerkschaft und Arbeiterkammer die Herausgabe unterstützt haben.

Erhältlich im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, in der Alfred Klahr Gesellschaft und im Bundesvorstand der KPÖ.

Heinz Zaslawski

Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 1/2003

 

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